Mehr Ruhe für Reischach

B 588: Querungshilfe im Ortszentrum, aber vorerst keine neue Ampelanlage

Beim Ortstermin konnte MdB Klaus Breil (rechts) die Verkehrsbelastung in Reischach hautnah erfahren. Detaillierte Informationen erhielt er von Bürgermeister Herbert Vilsmaier; im Hintergrund FDP-Kreisrätin Heide Etzler. (Foto: Willmerdinger)




Reischach. Die Verkehrssituation in Reischach hat am Mittwochabend Klaus Breil, der für den Landkreis Altötting zuständige Betreuungsabgeordnete der FDP im Bundestag, in Augenschein genommen. Neben der Stakkato-Frequenz der Fahrzeuge ist laut Bürgermeister Herbert Vilsmaier vor allem deren zu hohe Geschwindigkeit ein Problem. Nachdem eine unmittelbare Umfahrung aber kaum realisierbar ist, müssten Verkehrsberuhigungsmaßnahmen ins Auge gefasst werden.
Laut Vilsmaier leite die B 588 täglich bis zu 7500 Fahrzeuge durch seinen Ort, gut ein Zehntel davon Lkw. Seit Jahrzehnten schon dränge die Gemeinde auf entlastende Maßnahmen. Nachdem aber der Bau einer Umfahrung in den weiteren Bedarf des Bundesverkehrswegeplans nach 2015 zurückgestuft wurde, die Frage der Trassenführung nach wie vor nicht geklärt und eine Untertunnelung des Ortes wegen zu hoher Kosten nicht realisierbar ist, müsse eine Verkehrsberuhigung in Angriff genommen werden.
Der Bürgermeister nannte zwei konkrete und schnell realisierbare Maßnahmen: die Umgestaltung des Ortsmittelpunktes einschließlich eines Fußgängerüberganges sowie ein neues Ampelschaltsystem aus Richtung Norden, wo in nächster Zukunft durch den Umbau des Fuchsberges sogar noch mit einer höheren Verkehrsfrequenz zu rechnen sei. Vilsmaier plädiert für eine Dreierreihe von sogenannten Vorschaltampeln (Württemberger Modell), die mit einer Anlage zur Geschwindigkeitsmessung ausgestattet sind. Fährt ein Fahrzeug schneller als 50 km/h, wird die nächste Ampel rot; wird das Tempo massiv reduziert, gewährt die wiederum nächste Ampel freie Fahrt. „Uns geht es um die größtmögliche Sicherheit der Fußgänger“, so Vilsmaier.
Zu diesen beiden Punkten erklären Landratsamt und Staatliches Bauamt Traunstein auf Nachfrage des Anzeigers übereinstimmend, dass zwei Verkehrsschauen stattgefunden hätten. Bezüglich der Querungshilfe in der Ortsmitte konkretisiert Peter Maltan vom Bauamt, dass noch heuer die Bushaltestelle verlegt und ein Fußgängerübergang mit einer Insel auf der Fahrbahnmitte gebaut werde, „wenn wir das nötige Geld bekommen“. Bezüglich der Vorschaltampel sagt Maltan, seine Behörde sei hier „noch zurückhaltend“.
Hoffnungsvoll sind die Reischacher überdies, dass der Ort eine Verkehrsentlastung erfahre, wenn im Zuge des Ausbaus der Bundesstraße 20 Eggenfelden-B 12/A 94 die Umfahrung von Gumpersdorf realisiert werde. Dann nämlich wolle man noch einmal einen Vorstoß wagen und eine Sperrung Reischachs für Lkw mit einem Gesamtgewicht von mehr als 12 Tonnen beantragen.
Dass dies genehmigt werde, bezweifelte MdB Breil zwar; schließlich handle es sich bei der Durchgangsstraße um eine Bundesstraße. Dennoch versprach er, auf dem parlamentarischen Weg die Anliegen aus dem Holzland „ganz oben im Bundesverkehrsministerium“ vorzubringen. Minister Peter Ramsauer müsse erfahren, welche Situation „in seiner unmittelbaren Nachbarschaft“ herrsche - dies auch vor dem Hintergrund, dass Bürgermeister Vilsmaier dem Minister einen Brief geschrieben habe, er aber bis heute noch auf Antwortet wartet. Darum dankte Vilsmaier auch Klaus Breil ausdrücklich: „Wir sind über jeden froh, der sich unserer Sache annimmt.“ - ecs

(ANA vom 15.01.2011)