Ein Leben für Familie und Allgemeinheit

Große Trauergemeinde nimmt in der Reischacher Pfarrkirche Abschied vom früheren Bürgermeister Franz Donislreiter

von Manfred Buchberger

Dicht gedrängt standen die Teilnehmer der Trauerfeier für Franz Donislreiter (kleines Foto) in der Reischacher Pfarrkirche St. Martin. Selbst vor dem Gotteshaus verfolgten noch Leute die Zeremonie.  − Foto: Buchberger

Dicht gedrängt standen die Teilnehmer der Trauerfeier für Franz Donislreiter (kleines Foto) in der Reischacher Pfarrkirche St. Martin. Selbst vor dem Gotteshaus verfolgten noch Leute die Zeremonie.  − Foto: Buchberger

Reischach. Eine überaus große Zahl von Menschen hat gestern der Trauerfeier für den früheren Bürgermeister Franz Donislreiter beigewohnt. Die Pfarrkirche St. Martin konnte die vielen Trauergäste gar nicht fassen, eine ganze Reihe von Besuchern musste den von Ortsgeistlichem Pfarrer Ludwig Samereier zelebrierten und von Pater Kishore konzelebrierten Gottesdienst vor den Mauern des Gotteshauses verfolgen.

Donislreiter war wie berichtet am Montag im Alter von nur 53 Jahren einer heimtückischen Krankheit erlegen. Er hatte das Amt des Ersten Bürgermeisters von Mai 2008 bis April 2010 ausgeübt, ehe er aus gesundheitlichen Gründen davon entbunden wurde. Der Trauerfeier wohnten auch zahlreiche Kommunalpolitiker aus dem ganzen Landkreis bei.

"Ich bin dem Herrgott trotzdem nicht böse" Pfarrer Ludwig Samereier zeichnete beim Gottesdienst den Lebenslauf des Verstorbenen kurz nach und bezeichnete ihn unter Verweis auf Bezüge aus der Bibel als Menschen mit einem besonders ausgeprägten Gerechtigkeitssinn. "Sein Leben widmete er der Familie und der Allgemeinheit", so der Geistliche wörtlich über Donislreiter, der eine Frau und zwei Kinder hinterlässt. Donislreiters Ziel sei es stets gewesen, dass es den Menschen in seiner Umgebung gut geht. Er war Mitglied bei KSK, Musikverein, Trachtenverein und TSV: "In vielfacher Hinsicht hat er Gemeinschaftssinn bewiesen." Der Geistliche sagte, auch in der Krankheit habe Donislreiter nicht sein Gottvertrauen verloren. Seine Familie, seine Frau und die Kinder, seine Eltern und die Schwester seien ihm in der schwersten Zeit ein großer Rückhalt gewesen. Er habe nie gejammert und sich seine menschliche, zuvorkommende, einfühlsame Art bis zuletzt bewahrt. "Ich bin zwar traurig, dass ich krank bin, aber ich bin dem Herrgott trotzdem nicht böse", habe der frühere Bürgermeister in der schwersten Zeit mehrfach gesagt.

Herbert Vilsmaier, im Amt des 1. Bürgermeisters Nachfolger von Franz Donislreiter, sagte, die Gemeinde Reischach verliere mit ihm einen engagierten Kommunalpolitiker und angesehenen Menschen, er persönlich verliere einen guten Freund. Donislreiter habe viele Ideen eingebracht und habe stets mit viel Umsicht das Beste für das Allgemeinwohl erzielen wollen. Er lobte Donislreiters Verhandlungsgeschick, objektives Denken und großen Sachverstand.

Für die Verwaltungsgemeinschaft Reischach sprach deren Vorsitzender, Erlbachs Bürgermeister Franz Watzinger. Er sagte, mit Donislreiter habe man die gemeinsamen Aufgaben im Rahmen der VG stets partnerschaftlich und in freundlicher Atmosphäre lösen können.

Stellvertretender Landrat Stefan Jetz sprach im Namen des Landkreises sein tief empfundenes Beileid aus. Den Hinterbliebenen bleibe der Trost, Franz Donislreiter nun in Gottes Obhut zu wissen. Jetz würdigte Donislreiters menschlich überaus angenehme und aufgeschlossene Art sowie seine Bodenständigkeit. Er sei in seiner kurzen Amtszeit ein Leistungsträger im Landkreis und in seiner Gemeinde gewesen.

Heini Hollinger, stv. Kreisvorsitzender des Bayer. Gemeindetages, sagte im Namen der Bürgermeisterkollegen ein Dankeschön an die Adresse von Franz Donislreiter. Dieser habe sich im Kreise der Amtskollegen immer sichtlich wohl gefühlt, aber auch seine Gegenwart sei den anderen Rathauschefs stets angenehm gewesen. Zahlreiche Ortsvereine wohnten der Trauerfeier mit ihren Fahnenabordnungen bei. Für die Ortsvereine von Reischach sprach der Vorsitzende des Trachtenvereins "D‘Reischachtaler", Franz Wimmer. Er sagte, Donislreiters Dienste als Helfer und Mitarbeiter sei bei den Vereinen sehr gefragt gewesen. "Der Mensch hat einfach gepasst", brachte er es auf eine kurze Formel.

Er stand mit Rat und Tat an der Seite der Vereine Willi Steffenhagen von den Oberlandschützen sagte für die Arbinger Ortsvereine, man habe einen liebenswerten Menschen und guten Kameraden verloren. Donislreiter sei stets mit gutem Rat, aber auch tatkräftig an der Seite der Vereine gewesen.

Hauptschulrektorin Marianne Weigel sprach im Namen des Kollegiums von Grund- und Mittelschule. Sie sagte, man habe Donislreiter als engagierten und warmherzigen Förderer der Schule kennen gelernt. "Ihm war die Schule ans Herz gewachsen", sagte sie und erinnerte daran, dass Donislreiter Gründungsmitglied des Schul-Fördervereins war.

Zwei Vertreter von Donislreiters Arbeitgeber EON Bayern in Eggenfelden, der Standortverantwortliche Jürgen Hoffmeister sowie Betriebsrat Albert Zettl sagten, sein Tod habe der langjährigen erfolgreichen und angenehmen Zusammenarbeit ein trauriges, allzu frühes Ende gesetzt. Sie lobten seine hohe Einsatzbereitschaft und bezeichneten ihn als stets verlässlichen Mitarbeiter. Auch in der betrieblichen Gemeinschaft der Kollegen habe man Donislreiter als angenehmen Zeitgenossen geschätzt. Seine klaren Worte und sein umsichtiger Rat seien in der Firma überaus geschätzt gewesen.

 

(ANA vom 01.03.2013)