Perach stimmt gegen Unterrichtung im Schulhaus Reischach

Beschluss des Gemeinderats zur Sitzung der VG mit Hoffnung auf Erhalt des Schulstandorts Perach

 

Perach. Gegen eine Unterbringung der Grundschüler im Schulhaus Reischach sprach sich der Gemeinderat auf der jüngsten Sitzung aus. Einstimmig fasste das Gremium folgenden Beschluss: Der Gemeinderat weist die Peracher VG-Räte an, in der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft Reischach (die gestern nachmittag stattfand) gegen den Antrag auf Unterrichtung der Grundschüler aus dem Gemeindegebiet Reischach im Reischacher Schulgebäude zu stimmen.

Bürgermeister Georg Eder hatte dem Gemeinderat eingangs vorgeschlagen, diesen für den nichtöffentlichen Teil vorgesehenen Tagungsordnungspunkt im öffentlichen Teil der Sitzung zu behandeln.

Eder betonte, eine Privatschule unter der möglichen kirchlichen Trägerschaft müsse nicht zwingend staatlich anerkannt werden. Damit ergäben sich mehr Freiheiten in der Unterrichtsgestaltung und "eine so organisierte Schule muss sich nicht auf den gesetzlichen Einzugsbereich beschränken", führte Eder weiter aus.

Gemeinderat Dr. Richard Jais sagte: "Muss sich Perach von der Elterninitiative Reischach so unter Druck setzen lassen – das braucht doch Zeit." Stefan Schönstetter ergänzte: "Der Antrag aus Reischach sollte zurückgestellt werden."

In der Folge nannte Eder Punkte, die für einen Erhalt der Peracher Schule sprechen. Das Peracher Schulhaus sei energetisch saniert, über das Konjunkturpaket von Bund und Länder wurde die Maßnahme mit 308000 Euro gefördert. Nach dem Bewilligungsbescheid muss das Peracher Schulhaus längerfristig als Grundschule genutzt werden. Jede Nutzungsänderung oder Nutzungsgefährdung ist der Regierung von Oberbayern mitzuteilen.

Ferner beruhe die Nutzung der Verwaltungsgemeinschafts-Schulhäuser auf gültigen Verträgen zwischen den beteiligten Gemeinden. Bei der Gründung der Verwaltungsgemeinschaft Reischach wurden gemeinsame Einrichtungen auf die drei Verwaltungs-Gemeinden verteilt. Die Grundschulhäuser in Erlbach und Perach sind nach Ansicht Eders gut strukturiert.

Der östliche Teil der Gemeinde Erlbach gehöre noch zum Schulsprengel Zeilarn. Eltern aus diesem Gemeindeteil orientieren sich beim Schulbesuch nunmehr eher Richtung Erlbach. Durch die Schließung der Schule in Erlbach würde diese Entwicklung jäh gestoppt, diese Schüler wären dann für die Schulen im VG-Bereich für immer verloren, meinte der Bürgermeister.

Die Kosten pro Schüler belaufen sich in der Verwaltungsgemeinschaft auf über 1800 Euro. Für Gastschüler an anderen Schulen ergäbe sich ein Gastschulbeitrag von 1450 Euro. Perach habe durch die Gesamtkostenrechnung in den nächsten Jahren mit einer höheren Schulumlage zu rechnen.

Für Perach hat der Ausbau der Mittelschule einen hohen Stellenwert. Die Kirche habe bereits signalisiert, bei einem guten Konzept die Schule in Reischach als kirchliche Schule anzuerkennen ähnlich dem Konzept der sehr beliebten Maria-Ward-Schulen. So könnte zusätzlicher Förderunterricht angeboten werden.

"Ein Ausstieg aus einer Verwaltungsgemeinschaft kann nur zum öffentlichen Wohl erfolgen. Alle betroffenen Kommunen und staatliche Behörden müssen eine Stellungnahme abgeben. Sollte der Ausstieg gegen den Willen der anderen Beteiligten erfolgen, bedarf es eines Gesetzes des Bayer. Landtages. Solche Verfahren dauern in der Regel fünf bis zehn Jahre. Perach ist zudem in der glücklichen Lage, von verwaltungsstarken Kommunen wie Marktl, Neuötting, aber auch Winhöring, umgeben zu sein. Angesichts dieser starken Kommunen würde Perach, selbst bei einem nicht erwarteten Zerfall der Verwaltungsgemeinschaft Reischach, nicht ohne mögliche Partner dastehen", sagte der Bürgermeister. − hoi

 

(ANA vom 17.12.2014)