Schulstandorte: Reischach will unabhängiges Gutachten



Schlichtweg "Schwachsinn" ist es nach Ansicht einer Reischacherin, dass die Grundschüler aus dem Ort nach Erlbach gefahren werden, wo doch vor Ort ein Schulhaus (Foto) vorhanden ist. − Foto: Buchberger

Die Gemeinde Reischach (Landkreis Altötting) hat nach Bürgermeister Herbert Vilsmaiers Worten nicht die Absicht, die Mittelschule aufzugeben. Der Gemeinderat hat am Mittwoch einstimmig beschlossen, bei der nächsten Sitzung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Reischach durch seine Ratsvertreter ein unabhängiges Gutachten zu den Schulstandorten einzufordern.

Vilsmaier verlas ferner ein "Strategiepapier", das Schulleiter Anton Gschrei erarbeitet hat. Inhalt: Maßnahmen zur Stabilisierung der Schule. Unter anderem schlägt Gschrei einen Ausbau des Ganztagsangebotes vor und denkt an zusätzliche Wahlgemeinschaften in Zusammenarbeit mit Ortsvereinen. Dafür könnte eine Erzieherin oder auch arbeitslose Lehrerin angestellt werden.

Mit Applaus bedachten Räte und zahlreiche Zuhörer die Verlesung des Briefes einer Reischacherin an die Gemeinde Erlbach. Darin berichtet sie von den "Erfahrungen einer Mutter" mit der jetzigen Regelung, wonach die Grundschüler aus Reischach in die Nachbargemeinde Erlbach gefahren werden. Dabei wird sie stellenweise recht deutlich, spricht von einem "schlechten Witz", berichtet, dass ihr Kinder häufig "fix und fertig" heimgekommen seien und bezeichnet die jetzige Lösung gar als "Schwachsinn". − mbu/red

 

(ANA vom 16.01.2015)