Aus für die Mittelschule Reischach

Schülerzahlen haben sich nicht zum Positiven verändert: Keine 5. und 7. Klasse mehr zu bilden, jetzige 8. geht nach Neuötting

von Manfred Buchberger


Nichts geht mehr: Dieses Gebäude in der Aushofener Straße in Reischach kann im kommenden Schuljahr nicht mehr als Mittelschule genutzt werden. − Foto: Buchberger

Reischach/Neuötting. Jetzt steht es fest: An der Mittelschule in der Aushofener Straße wird es ab dem kommenden Schuljahr kein Kinderlachen mehr geben. Das Schulgebäude schließt zum Ende der laufenden Schulzeit seine Pforten. Das war das Resümee bei der Sitzung der Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Reischach am Mittwoch im Reischacher Rathaus.

(Noch)-Schulleiter Toni Gschrei konnte dem Ratsgremium und den vielen anwesenden Zuhörern, darunter eine stattliche Anzahl betroffener Schülereltern, zum aktuellen Stand der Mittelschule keine neuen Aspekte liefern. An den Schülerzahlen hatte sich zur Aussage von vor genau einem Monat an gleicher Stelle nichts zum Positiven verändert. Für das kommende Schuljahr kann wegen einer Minderzahl von Schülern sowohl keine fünfte als auch keine siebte Klasse mehr gebildet werden.

 

Schulverbund-Ausstieg ist kein Thema mehr

 

Die derzeitige achte Klasse wird das nächste Schuljahr nach Neuötting wechseln, sie folgt ihrem Klassenlehrer Dietmar Forisch nach, der an die dortige Max-Fellermeier-Schule versetzt wurde (der Anzeiger berichtete).

Nicht mehr aktuell indes ist der frühzeitige Ausstieg aus dem Schulverbund Alt-Neuötting. Wie Perachs Bürgermeister Georg Eder sagte, habe man nach dem Kündigungs-Beschluss des Kooperationsvertrages zum 31. Juli bei der letzten Sitzung (Anzeiger berichtete) ein entsprechendes Kündigungsschreiben beim Schulverbund gar nicht eingereicht. Folge: Die Kooperation mit dem ungeliebten Schulverbund besteht auch weiterhin. Der vor einem Monat gefasste Austritts-Beschluss wurde als Konsequenz in der Sitzung wieder aufgehoben – ebenso einstimmig wie er damals gefasst worden war.

Für Aufregung und hitzige Diskussionen sorgte schließlich ein kurz vor Sitzungsbeginn an VG-Vorsitzenden Franz Watzinger übergebenes Schreiben von Eltern der künftigen fünften und siebten Klasse: Die Schülereltern verwiesen auf ein Gespräch mit Bürgermeister Eder, der ihnen in Aussicht gestellt hatte, dass ihre Kinder statt der regulären Max-Fellermeier-Schule mittels Gastschulantrag auch die Mittelschule Winhöring, eine Schule des Schulverbundes Pleiskirchen-Töging-Winhöring, besuchen könnten. Auch die Busbeförderung dorthin sollte "kein Problem" darstellen, sie würde von der VG organisiert werden. Watzinger stellte dazu klar, dass die Eltern grundsätzlich keinen Anspruch hätten, ihre Kinder nach Winhöring zu geben: "Das muss organisatorisch auch passen". Er sei nicht dafür, dass die Kinder "überall hingehen", die Regelschule sei nun mal Neuötting. Gastschulanträge nach Winhöring oder andere Schulen seien jedoch generell möglich, sagte er.

In der genehmigten Einbindung in die Diskussion pochten zwei Mütter und auch Elternsprecher Wolfgang Niesner vehement auf Eders im Vorfeld gemachte Versprechungen, er habe Winhöring sogar explizit befürwortet. Jetzt fühle man sich "in die Irre geführt", so Niesner. Dem widersprach Eder: Die Eltern hätten ihm damals keinen klaren Trend nennen können, wer überhaupt in die Winhöringer Schule gehen wolle. Er habe gesagt, wenn diese Schule die "Regelschule" werden sollte, wäre dies kein Problem. Entsprechende Gespräche mit Winhörings Bürgermeister Hans Daferner habe er im Vorfeld geführt: "Der würde die Reischacher Kinder mit Handkuss nehmen". Im Übrigen habe man sich in der VG "redlich bemüht", einen Konsens zu finden, so Eder weiter.

 

Sondersitzung zum Thema am 30. Juli

 

Schließlich einigte sich das VG-Gremium nach der engagierten Diskussion darauf, eine Sondersitzung anzuberaumen. Sie soll dem Vernehmen nach am Donnerstag, 30. Juli, ab 18 Uhr im Reischacher Rathaus stattfinden. Bis dahin sollten die Eltern die Gastschulanträge für die Winhöringer Mittelschule eingereicht haben. In der Sondersitzung will man sich dann nochmals über das eingereichte Eltern-Papier und die Frage "Schule Winhöring und kostenlose Busverbindung" befassen.

Die Frage der "Abwicklung" des Schulhauses vor allem mit Blick auf das hier beschäftigte Personal – ein Hausmeister in Voll- und drei Reinigungskräfte in Teilzeit – wurde im anschließenden nichtöffentlichen Teil der Sitzung behandelt. Auch ging es um das Mietverhältnis, die VG hat das Gebäude von der Gemeinde Reischach angemietet. Wie VG-Vorsitzender Franz Watzinger dem Anzeiger gestern auf Nachfrage sagte, gab es noch keine Beschlüsse. Diese sollen bei der Sondersitzung am 30. Juli gefasst werden.

 

(ANA vom 17.7.15)