Herzlichen Glückwunsch, Herbert Vilsmaier!

Reischacher Bürgermeister feiert heute seinen 70. Geburtstag – Sein Stellvertreter gratuliert ihm im Name der Gemeinde

von Hubert Kleinillenberger

 


 

Er lenkt die Geschicke der Gemeinde Reischach seit 2010 als 1. Bürgermeister: Herbert Vilsmaier, hier bei einer Fahrt im Autoscooter auf der Neuöttinger Dult. Heute wird er 70 Jahre alt. − Foto: Brandl

Reischach. Die Holzlandgemeinde gratuliert ihrem Ersten Bürgermeister zum runden Geburtstag: Herbert Vilsmaier wird am heutigen Montag, 30. November, 70 Jahre alt. Dazu auch im Namen des Gemeinderats-Gremiums die besten Glückwünsche, viel Gesundheit und viel Freude!

 

Ebenso soll aber auch Vitalität, Energie und Tatkraft auf der Liste der Wünsche stehen – und dabei ist durchaus ein bisschen Egoismus mit dabei: Denn wenn der 1. Bürgermeister eines Gemeinwesens mit den oben genannten Eigenschaften aufwarten kann, dann profitieren davon alle Bewohner.

 

70 Jahre, das ist ein Alter, in dem andere längst in der Rente sind, sich dem süßen Nichtstun hingeben oder mit Wonne ihre Wehwehchen pflegen. Anders bei Herbert Vilsmaier: Er ist immer mitten im Geschehen, fühlt sich den Menschen verbunden. Fürs kommende Jahr hat er für die Jubiläumsfeierlichkeiten sowohl der Freiwilligen Feuerwehr als auch des Musikvereins die Schirmherrschaft zugesagt – zusätzliche Termine, neue Aufgaben, die er aber nicht als Last ansieht, sondern die ihm sichtlich Freude machen.

 

Mit Herbert Vilsmaier verbindet mich eine lange Geschichte – schon als ich noch ein Schulbub war, kam er zu uns in die Klasse, um in seiner Funktion als Rotkreuzler Erste-Hilfe-Kurse abzuhalten. Ich habe ihn damals immer als natürliche Respektsperson kennen gelernt – einfach ein gstandenes Mannsbild, wie man in Bayern sagt. Einer, der auch mal einen Spaß in den Unterricht mit einbaute, wo wir Kinder aber trotzdem nicht gewagt hätten, frech zu werden! Was er mir damals beibrachte, habe ich ein Leben lang behalten – später absolvierte ich noch öfter Erste-Hilfe-Kurse, die wesentlichen Grundlagen aber hatte mir schon im Schüleralter Herbert Vilsmaier vermittelt.

 

So wie ich mir merkte, wie die "stabile Seitenlage" geht oder wie man einen Verband anlegt, so hatte auch Bestand, was er auf anderen Gebieten anpackte: Da erinnere ich mich an die Hilfsaktionen, die damals, Anfang/Mitte der 90er-Jahre, ursprünglich das Bürgerkriegs-geschüttelte Kroatien zum Ziel hatten. Herbert Vilsmaier traf dort bei einer Reise in die Grenzregion Menschen, denen es an allem mangelte – und versprach ihnen, zu helfen. Für diese Zusage wurde er viel kritisiert: Wie könnte er trotz der schwierigen Situation Hoffnungen auf Hilfe wecken? Doch er stand zu seinem Wort, sammelte Hilfsgüter und schaffte es, sie durch die Grenzen zu bringen, die damals so fest geschlossen schienen. Darf man ausplaudern, dass dies nicht nur mit nachdrücklichen Bitten gelang, sondern auch mit manchem Zwanzig-Mark-Schein, den er einem Grenzschützer verdeckt zusteckte? – Aber wie dem auch sei, die Hilfe kam an, Vilsmaier hat sein Wort gehalten.

 

Reischach ist dank ihm international vernetztAls die Lage in Ex-Jugoslawien leichter wurde, verlagerte sich die Hilfe auf Ungarn, nach Magyarbóly, bis heute auch Reischacher Partnergemeinde. Es war zwar über lange Zeit immer Manfred Gesierich, der diese Partnerschaft verkörperte – aber die treibende Kraft dahinter war und ist Herbert Vilsmaier. Er war es, der die Bande knüpfte, wenn dies auch anfangs von manchem skeptisch gesehen wurde. So ist die Holzland-Gemeinde quasi auch international vernetzt! Und diese Partnerschaft lebt, wenn auch nicht jedes Jahr offizielle Treffen stattfinden: Man sieht sich auch auf Vereins- und privater Ebene.

 

Ich war seinerzeit Jugendleiter beim Trachtenverein "Reischachtaler". Auch von unserer Seite gab es Bemühungen, einen Partner in Ungarn zu finden – zunächst vergeblich. Über Herbert Vilsmaier, der damals schon regelmäßig die Hilfsgüter transportierte, kam dann aber alles ins Rollen. Wir verstehen uns mit den Freunden in Ungarn, wenn auch die Kommunikation manchmal nicht so leicht ist wie sie es vielleicht mit Leuten aus einem österreichischen Partnerort wäre.

 

Später war es die Kommunalpolitik, wo meine Wege sich mit jenen von Herbert Vilsmaier kreuzten: Als ich 2002 in den Gemeinderat kam, gehörte er diesem Gremium schon zwölf Jahre an. Hier konnte ich verfolgen, wie er sein damaliges Amt als Referent für Wasser- und Kanalfragen ausübte: Er nahm sich die Zeit, sich akribisch in viele Details einzuarbeiten und basierend auf diesem Wissen zusammen mit dem Klärwärter viele Verbesserungen zu erreichen, die letztlich allen Gemeindebürgern zu Gute kommen.

 

Herbert Vilsmaier hatte eigentlich schon das Ende seiner kommunalpolitische Arbeit im Blick, als man ihn 2010 nach der schweren Erkrankung des 1. Bürgermeisters Franz Donislreiter bat, sich für dieses Amt zu bewerben. 2014 wurde er als einziger Kandidat im Amt bestätigt. Und er hat das Vertrauen gerechtfertigt, das die Reischacher und Arbinger in ihn setzten. Neben der vielen Arbeit, die mit der Verwaltung oder im Gemeinderat erledigt wird, seien nur seien nur zwei größere Punkte genannt. Erstens: Die Ausweisung des Baugebiets Ost, in dem schon viele Grundstücke verkauft sind. Hier werden sich junge Familien ein Heim schaffen, das ist eine der Grundlagen für die Zukunft der Gemeinde! Und zweitens: Das neue Gewerbegebiet am Fuchsberg. Hier gibt es Raum für Firmen, hier entstehen Arbeitsplätze! 2016 soll es Baureife erlangen.

 

Welche Ziele Herbert Vilsmaier sich auch setzt – er verfolgt sie mit langem Atem und Energie, verliert dabei aber nicht die "Diplomatie" aus den Augen. Wichtig ist ihm auch in konfliktträchtigen Punkten ein harmonisches Miteinander. Kein Geheimnis ist, dass er und viele Reischacher sich im "Schulstreit" sich ein anderes Ergebnis gewünscht hätten. Dass man letztlich Kompromisse eingehen musste, die vielfach als Niederlage empfunden wurden, hat Herbert Vilsmaier gekränkt, im wahrsten Sinne des Wortes.

 

Doch dieser Angelegenheit wollen wir heute nicht das große Augenmerk widmen. Ich weiß, dass Herbert Vilsmaier zu einer deftigen Brotzeit gerne einen herben Rotwein trinkt, oft auch von ungarischen Winzern. Ein Glas von diesem guten Tropfen wollen wir heute erheben, Herbert Vilsmaier zuprosten und auf sein Wohl trinken!

 

Hubert Kleinillenberger, der diesen Beitrag auf Bitte des Anzeigers verfasst hat, gehört dem Gemeinderat von Reischach seit 2002 an. Der 44-Jährige wurde 2010 ins Amt des 2. Bürgermeisters gewählt.

 

(ANA vom 30.11.2015)