Waldorfschule: Plan stößt auf positives Echo

Erlbach: 150 Besucher bei Informationsveranstaltung – Bau von zweitem Schulgebäude und Mehrzweckhalle angedacht

 

 


 

Über das große Interesse und den erfolgreichen Verlauf der Versammlung freuen sich Bürgermeister Franz Watzinger (v. links), Aufsichtsrat Karl Gößmann-Schmitt und die Vorstände der "Waldorf-Genossenschaft", Dr. Michael Seefried und Marjam Gößmann-Schmitt. − Foto: Hochhäusl

Über das große Interesse und den erfolgreichen Verlauf der Versammlung freuen sich Bürgermeister Franz Watzinger (v. links), Aufsichtsrat Karl Gößmann-Schmitt und die Vorstände der "Waldorf-Genossenschaft", Dr. Michael Seefried und Marjam Gößmann-Schmitt. − Foto: Hochhäusl

Erlbach. Die Erlbacher stehen hinter dem Plan, eine Waldorfschule zu günden – dieses Fazit könnte man nach der gut besuchten Infoveranstaltung zum Thema im Gasthaus Prostmeier ziehen. Die Vereine und Bürgermeister Franz Watzinger hatten dazu eingeladen, um sich ein Bild über die Stimmung der Bürger zu machen.

Der Besuch von rund 150 Erlbachern zeugte vom Interesse. Nach einer sachlich-konstruktiven Diskussion forderten die Bürger: "Wir wollen in Erlbach wieder eine Schule und kein Verwaltungsgebäude", wie es ursprünglich geplant war. Das letzte Wort dazu hat der Gemeinderat, der in der nächsten Sitzung zu entscheiden hat.

Eingangs erinnerte Bürgermeister Franz Watzinger an die Querelen nach der Schließung der Grundschule: Mit der damals im Gegenzug ausgehandleten Verlagerung des VG-Sitzes nach Erlbach, konnten sich nach seinen Worten die meisten Bürger nicht anfreunden, zumal hohe Kosten für den Umbau anfallen würden. Die Diskussion nahm eine Wende, als vor etwa einem halben Jahr der Gedanke aufkam, eine Waldorfschule zu gründen. Im Gemeinderat, wie auch bei der Bevölkerung wurde darüber rege diskutiert. In den vergangenen Monaten habe viel Ungewissheit geherrscht, etwa über die Fragen, ob ein Rückzug von der geplanten Verlagerung des Verwaltungssitzes überhaupt möglich wäre und warum eine Waldorfschule überhaupt zu Erlbach passen würde.

 

Die Antwort auf letztere Frage gab der Vorstand der neu gegründeten "Gemeinnützigen Genossenschaft zur Förderung der Freien Schule Erlbach im Holzlande.G.", Dr. Michael Seefried, der zuvor wie berichtet auch schon im Gemeinderat referiert hatte: Er habe bei Seminaren im Therapiezentrum von Dipl.-Psychologin Erika Schäfer Erlbach als liebens- und lebenswerten Ort mit herzlichen Menschen kennengelernt. Dies sei die beste Voraussetzung für eine Schule, die naturverbunden und bodenständig sein solle. Zudem sei mit dem derzeit leer stehenden Schulgebäude eine ideale Voraussetzung für den Schulstart gegeben.

Start im Herbst 2018 mit Klassen 1 und 3 geplant Dr. Seefried, selbst ehemaliger Waldorfschüler, erinnerte an die "Stunde Null" im Sommer 2016, als die Idee zur Einrichtung einer Waldorfschule geboren wurde. Als Kinderarzt begleitet er Waldorfschulen in der Schweiz und ist mit dieser Materie bestens vertraut. Zu einer ersten Informationsveranstaltung bekundeten rund 70 Besucher Interesse, nun wurde zielstrebig an dem Projekt gearbeitet: Unter Mithilfe eines Gründungsberaters schloss man einen Kooperationsvertrag mit dem "Bund der Freien Waldorfschulen" und gründete die Genossenschaft, unter der die Schule künftig geführt werden soll. In monatlichen Arbeitstreffen wurde das Projekt vorangebracht, Werbematerial erstellt und an geeigneten Stellen verteilt. Es bestehe jetzt bereits eine gute Nachfrage nach Schulplätzen. Auch bei den künftigen Lehrern könne man wegen mehreren Anfragen bereits auswählen.

Nachdem Dr. Michael Seefried die Grundgedanken der Waldorfpädagogik erklärt hatte, stellte er das geplante Vorhaben vor: Das derzeitige Schulgebäude würde dem "Waldorf-Projekt" ideale Startbedingungen bieten. Es sei geplant, mit den Klassen 1 und 3 im Herbst 2018 zu beginnen, in darauffolgenden Jahr wäre das Schulhaus mit vier Klassen belegt. Bis dahin würde als erster Bauabschnitt ein Neubau auf einem bereits angebotenen Grundstück erfolgen, der sukzessive zu einer 13-klassigen Schule erweitert werden solle. Eine ebenfalls geplante Mehrzweckhalle würde der Erlbacher Bevölkerung in der schulfreien Zeit zur Nutzung zur Verfügung stehen. Verschiedene Werkstätten für Handwerk und kreative Gestaltung sollen der Schule angegliedert werden. Die Schüler müssten verschiedene Praktika absolvieren, so solle eine enge Vernetzung mit der Region entstehen.

Die Schule solle auch ein Ort der Begegnung werden, so Dr. Seefried weiter. Zu diesem Konzept würde auch die Errichtung einer Anlage für betreutes Wohnen in unmittelbarer Nähe er Schule passen. "Alt und Jung sollen sich gegenseitig helfen und aufeinander zugehen", so Dr. Seefried. Davon könne die Gemeinde nur profitieren.

Der Referent verwies auf das das von Aufsichtsrat Karl Gößmann-Schmitt für einen Zeitraum von 15 Jahren ausgearbeitete Entwicklungs- und Finanzkonzept. Bei einer Klassenstärke von 15 bis 18 Kindern könnten "schwarze Zahlen" geschrieben werden, mehr Kinder würden das Ergebnis noch verbessern.

Im Namen aller Ortsvereine dankte Theresia Schwertfellner den Initiatoren der "Waldorfinitiative". Sie hob besonders das Engagement von Dr. Michael Seefried hervor, "der so oft aus der Schweiz zu uns kommt, um uns Erlbachern zu helfen", was mit riesigem Applaus quittiert wurde.

Bürgermeister Franz Watzinger sagte, die Gewissheit, dass die Erlbacher Bevölkerung hinter dem Projekt stehe, helfe ihm bei dieser zukunftsweisenden Entscheidung.

Dr. Seefried gab abschließend bekannt, dass am Donnerstag, 16. März im Therapiezentrum Eisenbuch ein Benefizkonzert mit namhaften Künstlern stattfindet. Dazu sind auch alle Erlbacher herzlich eingeladen. Ein weiteres Anliegen sei, viele Mitglieder für die Genossenschaft zu gewinnen, um das gewaltige Projekt tragen zu können. Weitere Informationen unter www.freie-waldorfschule-erlbach. de − hok

 

(ANA vom 21.2.17)