Verwaltungsgemeinschaft soll Sitz nach Reischach zurück verlegen


Das Reischacher Rathaus soll wieder die Heimat der Verwaltungsgemeinschaft werden. Darauf hat sich der VG-Rat verständigt. − Foto: Brandl

Das Reischacher Rathaus soll wieder die Heimat der Verwaltungsgemeinschaft werden. Darauf hat sich der VG-Rat verständigt. − Foto: Brandl

Die Gemeinschaftsversammlung der Verwaltungsgemeinschaft (VG) Reischach (Landkreis Altötting) hat am Montag im Reischacher Rathaus den Beschluss gefasst, den VG- Sitz von Erlbach nach Reischach zurückzuverlegen. Alle zehn VG-Räte aus den drei Mitgliedsgemeinden, inklusive der drei Bürgermeister, hoben geschlossen dafür die Hand.

Danach soll die Verordnung der Regierung von Oberbayern vom 16. Juni 2016 aufgehoben werden, wonach Erlbach der VG-Sitz zum 1. Januar 2017 zugesprochen worden war. In einem Schreiben wird die VG den Beschluss jetzt der Entscheidungsbehörde mitteilen und um die Rückverlegung per Rechtsverordnung ersuchen. Zur Erinnerung: Der Verlegung des VG-Sitzes in die kleinste Mitgliedsgemeinde war ein heftiger Schulstreit vorausgegangen, dessen Beilegung das Aus für den Grundschulstandort Erlbach zu Gunsten des Standortes Reischach bedeutete (der Anzeiger berichtete). Als Kompromiss wurde in der VG-Sondersitzung Ende Juli 2015 der Gemeinde Erlbach der Sitz der VG zugesprochen, mit der Absicht, deren Geschäftsstelle im leer stehenden Grundschulgebäude unterzubringen.

Doch schon kurze nach der formellen Sitzverlegung durch die Regierungsbehörde öffnete sich der Weg in Form einer "Waldorfschule" zur alternativen Nutzung des ehemaligen Schulgebäudes und vermeintlich künftigen VG-Verwaltung. Erst vor wenigen Wochen – in der November-Sitzung – hat der Erlbacher Gemeinderat dem Erbbaurecht für die neugegründete "Gemeinnützige Genossenschaft zur Förderung der Freien Schule Erlbach im Holzland eG" über 99 Jahre für das Schulgebäude und das dazugehörige Grundstück einstimmig zugestimmt. Damit steht das Schulgebäude als VG-Geschäftsstelle nicht mehr zur Verfügung.

Wie Sitzungsleiter VG-Vorsitzender Franz Watzinger vor der Abstimmung sagte, sei der Neubau eines Verwaltungsgebäudes für die Gemeinde Erlbach nicht finanzierbar. Es liege nun an der Regierung von Oberbayern, einen Schlussstrich unter die "unendliche Geschichte" zu ziehen. – mbu

(ANA vom 22.12.2017)